Wie lebe ich meine Größe, ohne mich über andere zu stellen?

Foto: Caroline Lang, Pixelio
Foto: Caroline Lang, Pixelio

Bisher kannten wir Größe nur in hierarchischer Form: Indem wir uns über andere gestellt haben. Das hat die die Herrschaftspyramide erzeugt, wie wir sie heute kennen. Sie fällt gerade in sich zusammen, da es jetzt darum geht, Ebenbürtigkeit zu leben und eine neue inhärente Form der Führung zu erlangen. Das verlangt von Menschen, die bisher eher ihre Kleinheit lebten, sich für ihre Größe, Macht und Verantwortung zu öffnen und für Menschen, die bisher Pseudo-Größe erleben, dass sie erlauben, dass diese Macht sich auflöst, weil sie ihnen niemals gehört hat und Illusion war. Wo diese Schritte erlaubt und konsequent gegangen werden, öffnet sich authentische Macht und Größe, die uns niemand mehr nehmen kann. Authentische Größe ist aus uns selbst entstanden. Aus unserem Wissen, aus unserer Kraft, aus unserem Vermögen. 

 

Erlaube das Erwachen in deine wahre Größe!

 

Viele Menschen sind zwei polare Extreme gewohnt: Entweder wir verstecken uns, machen uns unsichtbar, halten das versteckt was wir können und wer wir sind - wir machen uns klein und ordnen uns unter. Oder aber wir zeigen uns, machen uns (an)-greifbar, zeigen was wir können, stehen zu unserer Größe, stellen uns über alle anderen. 

 

Im ersten Extrem habe ich den schwarzen Peter, weil ich mich unwohl fühle, weil ich ständig das Gefühl habe, mich zu verleugnen, nicht gesehen zu werden, als die die ich bin, weil ich die anderen groß mache, damit sie sich wohl fühlen. Aber den Menschen um mich herum geht es gut, sie fühlen sich angenehm in meiner Gegenwart, können entspannt sein und sehen mich als einen Ihresgleichen. 

 

Im zweiten Extrem habe ich das Gefühl, mir endlich mal allen Raum zu nehmen, den ich brauche, um mich zu entfalten, ich stehe zu dem was ich kann und bin und halte nicht hinterm Berg mit meinen Fähigkeiten, benenne sie klar und deutlich. So komme ich in meine Kraft - aber allen anderen um mich herum geht es schlecht. Sie wollen sich mit mir messen (Machtkampf), empfinden mich als überheblich oder arrogant, sie fühlen sich durch mich angetriggert, sie fühlen sich unbehaglich und es wird für sie unbequem. Meine Größe zeigt ihnen, wo sie die ihre nicht leben. Das tut weh. 

 

Warum ist das so?

Das ist ein klassisches Beispiel für unsere Polarität, in der wir leben. Wähle ich selbst die Kleinheit, weil ich Angst vor meiner eigenen Größe habe, können alle anderen um mich herum die (Pseudo)-Größe leben. Ich selbst habe sie groß gemacht. Es ist keine Größe, die aus ihnen selbst heraus entstanden ist, sondern sie leben meine abgespaltene Größe mit. Ich gebe ihnen einen bequemen Raum, erleichtere ihnen das Leben, diene ihnen - oft ohne jede Anerkennung oder Dankbarkeit dafür zu erhalten, weil es so selbstverständlich für sie ist und sie es gar nicht anders kennen. Ich selbst lebe damit die Rolle des Sklaven - unbewusst und unfreiwillig in die Rolle des Untergeordneten, Machtlosen, Rechtlosen, Entwerteten gedrängt - bis ich bereit bin meine wahre Größe zu sehen und zu leben. 

 

Durch eigene, innere Arbeit erhalte ich dann allmählich die Möglichkeit der Wahl: Meine wahre, authentische Größe entwickelt sich in mir. Wähle ich jetzt bewusst diese Größe, so erleben Menschen, die das vielleicht bisher gar nicht gewohnt waren, ihre Kleinheit. Das fühlt sich für sie ungemütlich an, sie erleben einen Machtverlust, verlieren ihre Reputation, werden unglaubwürdig, beginnen mich zu bekämpfen. Ich will ihnen ebenbürtig begegnen, doch sie sehen mich kleiner als sich selbst. 

Nehme ich hingegen meinen Platz ein, bekommen sie Angst, fühlen sich bedroht, wollen weder meine Stärken erkennen oder würdigen, noch mir diesen Platz (auf dem sie bisher gesessen haben) anerkennen. Sie wollen mir immer wieder den Platz des Dieners zuweisen und selbst den Platz des Herrschers behalten. 

Immer aber spiegelt mir das Verhalten der anderen, meinen eigenen inneren unbewussten Anteil. Das ist höchst unangenehm und gleichzeitig  sehr heilend, wo es erlaubt wird und wir aus dem Kampf aussteigen. 

 

So wirken Rollenmuster. Wir glauben, wenn wir einmal Herrscher waren, dass uns diese Machtposition auf alle Zeiten zustehen würde - wir haben uns mit ihm identifiziert. Wo es Herrscher gibt, muss es immer auch Diener geben - das ist der duale Pol. Die Diener (wider Willen) jedoch sind immer die anderen - wir vergessen, dass wir selbst auch einen Dieneranteil haben, der sich allen anderen unterordnet. Der Herrscher in uns allen löst sich auf, wenn wir den Mut und die Kraft haben, die Ebenbürtigkeit in allen anderen anzuerkennen und alle Rollenmuster aufzulösen.

 

So werden wir alle zu einander dienenden Herrschern und haben in diesem einen Punkt die Dualität überwunden und die Trinität - die Ebene der Einheit erlangt.

 

Integriere die Ebene des Herrschers in deine Ebene des Dienens

und lass sie Eins werden!

 

 

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