Die Herrschaft der kindlichen Tyrannen

Bisher glaubten wir, dass die Erwachsenen unsere Gesellschaft, unsere Welt formen. Das ist eine große Illusion. Denn nur dadurch dass jemand ein entsprechendes Alter erreicht hat und eine entsprechende körperliche Größe, ist er noch lange nicht erwachsen. Auch nicht dadurch, dass er eine scheinbar verantwortungsvolle Position begleitet. In Wahrheit ist die größte Unreife genau in den höchsten Führungspositionen zu finden. Das erklärt die Verantwortungslosigkeit ihrer Entscheidungen, den geringen Weitblick, die fehlende Kraft sich egoistischen Bestrebungen zu wiedersetzen und authentische Wege zu gehen. Unsere Welt wird von kindlichen Tyrannen geführt und das allein erklärt ihren desaströsen Zustand ... 

  

Wie erkennen wir den kindlichen Tyrannen?

Auch wenn er von einigen Protagonisten im Außen verkörpert wird, damit er uns allen bewusst wird, ist es ein innerer Aspekt von allen Menschen. Aus sich selbst heraus ist er hilflos, schwach, klein, unfähig und nur in der Führung anderer (durch deren Projektionen) wird er stark und groß. Eine Scheingröße, die jetzt zusammenbricht und das Würmchen frei gibt, das er in Wahrheit ist. Es ist maximal ungemütlich dem eigenen inneren Tyrannen zu begegnen und gleichermaßen heilsam. 

Wo wir genauer hinschauen, erkennen wir parasitäres Verhalten: Ein Schädling, der selbst nicht davor zurückschreckt, den Wirt zu zerstören, der ihn gerade nährt. In Heuschreckenmanier über alles herfallen, es vereinnahmen und nichts als Wüste hinterlassen. In den alten pyramidalen Struktur nährten die scheinbar Ärmsten und Schwächsten die scheinbar Reichen und Starken. Zeit, diese Illusionen aufzulösen und sie als das zu sehen was sind: Gigantische Verdrehungen, die diejenigen ins Recht setzen sollen, die alle anderen führen und die Geführten maximal entrechten und versklaven. 

 

Wo wir die Verdrehungen auflösen, erkennen wir die Wahrheit: Die Vermögendsten sind diejenigen, die glauben nichts zu haben: Keinen Besitz, keine Rechte, oft nicht einmal genug zum Überleben. Doch weil sie die Verdrehung nicht erkennen, weil sie sie nicht hinterfragen, erkennen sie ihr eigenes Vermögen nicht und leben das, was auf sie projiziert wurde. Es ist Zeit, dass sich das Potenzial auf der untersten Ebene der Pyramide entfaltet, damit diese Menschen eine Möglichkeit haben zu existieren. Derzeit wird ihnen weltweit nahezu jede Existenzberechtigung entzogen. Das zeigen uns die Flüchtlingsströme dieser Welt. Es zieht sie dorthin, wo sie eine Existenzberechtigung bekommen: Nach Deutschland. Sie glauben sie wollen Sicherheit, Nahrung und Teilhabe, doch in Wahrheit wollen sie Reife, Autarkie und Autonomie. 

 

So wie in der Welt das unreife Kind führt und alle Entscheidungen trifft, so ist es auch das Kind in uns, das uns unbewusst steuert. Weil das Kind nicht weiß, was es tut, lebt es in hohem Maße selbstzerstörerisch. Weil das Kind in unserer bewussten Welt auf der einen Seite so entrechtet, entmachtet, gedemütigt, reduziert und dämonisiert wird, auf der anderen Seite aber glorifiziert, emporgehoben, verwöhnt, verhätschelt und überbehütet wird, sucht es sich einen Ausdruck im Unbewussten, wo sich dann seine volle Macht entfaltet. Dieses Kind nennen wir in der Psychologie Ego. Es greift nach uns und zerstört uns, wenn wir es nicht lernen, uns einerseits von ihm zu distanzieren (seine Taten) und ihm Einhalt zu gebieten und es andererseits es in unser Herz zu integrieren (sein Sein). Wo das Ego uns schließlich vollständig übernimmt, ist der tyrannische Herrscher geboren, der sich über alle Grenzen hinwegsetzt und nach Allmacht strebt. 

 

Wie entsteht der kindliche Tyrann?

Jedes Mal, wenn wir ein Trauma erlebten, spalteten wir dieses in das Unbewusste ab. So mussten wir es nicht mehr fühlen und konnten weiter leben. Je mehr Traumata entstanden, desto weniger konnte das eigentliche Wesen seinen Platz einnehmen und an seine Stelle trat das Ego. Wir beginnen an uns selbst zu leiden. Nachdem wir alle im Moment komplett gegen unsere essentiellen Bedürfnisse leben, erzeugen wir uns täglich neue Verletzungen, bis schließlich nichts mehr von uns übrig ist und das Ego uns vollständig übernommen hat. Das Ego hat nur ein einziges Interesse: Zu zerstören. Alles. Nichts ist heilig. Nichts hält ihn auf. Es tötet die Liebe in dieser Welt, bis sie sich vollständig in ihr Gegenteil verwandelt hat. Es arbeitet maximal verdeckt und im Unterbewusstsein. 

 

In dramatischer Weise führen uns die kindlichen Tyrannen derzeit die Flüchtlingsströme vor Augen. Kinder, die zum verheißenen "Vater" fliehen, um von ihm aus ihrer Not gerettet zu werden und die so bereit sind, ihre Wurzeln zu durchtrennen, ihre Familie auseinander zu reißen, sich enormen Gefahren auszusetzen. Kinder, die nicht erkennen, welches Potenzial sie in sich tragen und die sich unfähig wähnen, sich selbst zu helfen. Kinder, die sich blenden lassen vom schönen Schein und nur dem Nachstreben, was uns bereits ins Verderben geführt hat. Doch der Vater kann nicht helfen, denn er selbst hat noch keine Kräfte in dieser Welt. 

 

Wir helfen Kindern nicht, indem wir ihnen glauben, dass sie unfähig sind, sich selbst zu helfen, sondern indem wir sie daran erinnern, dass sie autark sind. Indem wir sie autark sehen. Dass sie alles in sich tragen, was sie für ihr authentisches Leben brauchen. Indem wir sie ermutigen egoistische Verhaltensweisen zu überwinden und ihre wahre Größe zu leben. Dass wir sie darin unterstützen, die dazu notwendige Reife zu erlangen, damit sie die Liebe leben können, die in ihnen ist und die wir alle brauchen. Damit sie ihr Potenzial entfalten und sich einbringen in den kollektiven Dienst. Das ist die Wirkung der globalen Mutter, die sich in Deutschland verkörpert hat. 

 

Wo wir uns den Tyrannen in dieser Weise stellen, erlangen wir selbst eine Reife, die uns autorisiert Führung zu übernehmen. Nach außen gebieten wir ihnen Einhalt, sind streng und unnachsichtig mit ihnen, nach innen aber geben wir uns ihnen hin, integrieren sie in die Liebe, nehmen sie an in ihrem So sein. Und jeder Grad mehr, den wir Reife erlangen, steigt die Verantwortung, das Bewusstsein und die Fähigkeiten. Wir errichten ein System, indem die Bewusstesten und Reifsten führen und nicht mehr wie bisher das Unbewusste und Unreife. 

 

Die Welt braucht uns jetzt alle. Lernen wir es, sie mit neuen Augen zu sehen. Betrachten wir sie als unreifes Kind, das noch nicht weiß, was es tut. Als Kind, das lange keine Führung von Mutter (zu schwach) oder Vater (abwesend) wollte, auf diese Weise autonom wurde und ganz auf sich selbst gestellt war. Ein emotional verwahrlostes Kind, das nun unsere Liebe braucht, um aus dem Chaos der Erneuerung in eine göttliche Ordnung hineinzufinden. Wo wir die Welt als Kind betrachten, fällt es uns leicht es anzunehmen wie es ist. Wir erkennen, dass es uns braucht und sind bereit uns ihm zu schenken. Mache die Welt zu einem Kind deines Herzens.

 

Schenke dich der Welt - das ist alles was sie von dir braucht!

 

So kann sie sich befreien, sich entfalten und zu der Welt werden, die sie immer sein wollte. Sie kann die Fülle repräsentieren, die Schönheit, die Liebe, den Frieden, die Freiheit. Sie gibt den Menschen die Kraft ihr authentisches Leben zu leben. Somit erhältst du alles, was du der Welt schenkst, um ein Vielfaches zurück.  

 

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