Die Heiligung der Familien

Familien sind der Ort in dieser Welt, wo wir die Liebe leben lernen, die wir sind. Wo Familien das nicht mehr leisten können, weil sie so überfrachtet sind mit den Belastungen des Alltags, stirbt unsere gesamte Gesellschaft. Das geschieht derzeit global. Jetzt ist es Zeit für eine Erneuerung. 

 

Die Atmosphäre in den Familien ist derzeit auf einem energetischen Level angekommen, der nicht mehr tragbar ist. Wo Kinder in einer solchen Energie aufwachsen, haben sie keine Lebensgrundlagen mehr. Was einst nur in den sozial schwächsten Familien geschehen ist, greift übergreifend bis in die obersten Schichten. Bei den einen sehr offensichtlich, bei den anderen eher versteckt hinter eine kultivierten Maske und sehr subtil. Kaum noch jemand weiß, was Liebe ist, geschweige denn wie sie zu leben wäre. Und noch viel weniger tun es.  

 

Die Liebe ist der Nährboden für gemeinschaftliches Miteinander. Wo keine Liebe da ist, beginnen sich die Menschen gegenseitig zu zerstören. Einer lebt auf Kosten des anderen. Wo das Leben lange auf Kosten der Kinder ging, geht es immer mehr auch auf Kosten der Eltern, vor allem der Mutter. Wir haben uns Lebensverhältnisse geschaffen, die zerstörerisch auf die ganze Familie einwirken: Der Vater eingebunden ins Hamsterrad des Versorgen müssens, die Mutter zerrieben zwischen vielfältigen Aufgaben und oft genug auch Berufstätigkeit, weil ein Einkommen nicht reicht für die Familie oder auch aus Prestigegründen. Die Kinder fremdbetreut, sich selbst überlassen, ohne Führung und Aufmerksamkeit, ruhig gestellt durch materielle Ersatzbefriedigungen. Massive Getrenntheit, Einsamkeit und reiner Überlebenskampf bestimmt den Alltag. Vereint sind sie nur noch im Konsum von medialer Dauerberieselung und Ablenkungen aller Art, um nicht spüren zu müssen, wie es ihnen geht. 

 

Der Zustand in den Familien ist alarmierend. Immer mehr Familien zerbrechen an diesen Belastungen, weil sie glauben, dass sie irgend etwas falsch machen. Sie erleben sich beziehungsunfähig und das ist ein tiefer Schmerz. In Beziehung zu sein mit anderen Menschen ist die essentiellste Grundlage unseres Lebens. Wo wir das nicht mehr leisten können, sind wir lebensunfähig. Wir haben keine innere Motivation mehr uns weiter zu entwickeln. Wir geben auf, resignieren, stagnieren. Wir fühlen uns als Opfer des Lebens und suchen die Verantwortlichen im Außen, weil wir mehr nicht mehr tragen können. 

 

Wie kommen wir aus dieser unhaltbaren Situation heraus?

Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, dass hier evolutionäre Prozesse einwirken:  Der Vater, der im Patriarchat der Führer in den Familien war, ist kaum mehr existent, weil sich das Patriarchat auflöst. Der Mann wird nicht länger durch das System bevorzugt, muss nun eigenes Engagement entwickeln. Die Mutter, die subtile Herrscherin in den Familien, ist erschöpft, am Ende ihrer Kräfte, weil auch ihre Zeit vorbei ist. Die Frau muss nun in ihre weibliche Kraft gehen, sich auf ihre innersten Werte besinnen, um im Leben bestehen zu können. Das Kind hat hat heimlich die Herrschaft übernommen, wo die beiden elterlichen Herrscher im Sterbeprozess sind. Es zeigt seine tyrannischen Kräfte immer deutlicher und wo die Eltern nicht in ihre Kraft gehen, übernehmen die Kinder die Führung in den Familien. In ihrer Unreife können sie nur in die Zerstörung führen. Sind aber gleichzeitig ein wichtiger Spiegel für die Erwachsenen, wenn diese den Mut und die Ehrlichkeit haben, in ihn hineinzusehen. Sie trainieren die Eltern in Sachen Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung. Es ist eine große Erleichterung, die evolutionären Geschehnisse zu verstehen, weil sie deutlich machen, dass alles einen Sinn hat, dass es nicht unser Versagen ist, sondern unsere Erneuerung, die uns dahin führt, wohin wir schon immer wollten. 

 

Es ist kein persönliches Versagen, wenn eine Beziehung zerbricht,

sondern Folge evolutionärem Wachstums. 

 

Der zweite Schritt besteht darin, das System Familie neu zu ordnen. Alle stehen derzeit auf Plätzen, auf die sie nicht mehr hingehören, erfüllen Aufgaben, die nicht mehr zu ihnen passen und wo sie keine Kräfte mehr haben. Es steht nicht länger an, alte Rollenmuster zu erfüllen. Es beginnt indem wir den Status quo feststellen. Die alte Mutter steht an der Basis der Familie, ist Trägerin des Systems, emotionaler Mülleimer und Versorger, entrechtet, entwürdigt, entwertet. Das ist ein Position, in die emanzipierte Frauen sich nicht mehr hineinbegeben. So ist der Platz der Mutter in der Familie nicht besetzt. Die meisten Frauen nehmen statt dessen den Platz des Kindes ein und begegnen ihren Kindern als Freund. So können sie ihre Kinder weder führen noch nähren und züchten kleine Tyrannen, denen sie keinen Einhalt gebieten können, denen sie um des lieben Friedens willen alles gewähren. Das Ego des Kindes ufert aus ins Maßlose.

 

Wo die Mutter ihren Platz nicht einnimmt, kann auch der Mann als Vater nicht präsent sein, nur als dominanter Herrscher, der als einziges dem Kind Einhalt gebieten kann - aber auf eine sehr radikale Weise, oder als abwesender Versorger. Er steht auf der Spitze der Pyramide, relativ unangetastet von den Vorgängen in der Familie, mit dem geringsten Leidensdruck. In der Regel jedoch begegnen auch die Männer ihren Kindern aus dem Kind heraus, wollen ihre Kumpel sein, mit ihnen Spaß haben. Dann haben wir eine Familie voller Kinder, in der keiner mehr Führung übernimmt. Nachdem ein System ohne Führer nicht existieren kann, übernehmen die Kinder nun die Führung der Familie. Das alles passiert tief unbewusst. Alle sind geschwächt, niemand in seiner Kraft, niemand kann mehr seine Aufgabe erfüllen. Alles stagniert, weil das Kind den Weg nicht kennt und in seiner Unreife nicht führen kann. 

 

Indem wir uns das System Familie bewusst machen, wie es gerade ist, kann es in Heilung gehen. Niemand von uns will bewusst eine Diktatur oder Tyrannei. Wir alle wählen bewusst die Ebenbürtigkeit. Doch die erlangen wir nicht, indem wir uns klein und schwach machen und uns dem Kind angleichen, sondern indem wir das Kind befähigen groß und stark zu sein und es auf unsere Erwachsenen Ebene holen. Indem wir lernen, wie das geht, werden wir selbst erwachsen und gehen in Führung. 

 

Der Wandel beginnt mit dem Erwachen der Weiblichkeit - in der Regel in der Frau. Wo die Frau sich selbst den Raum gibt, ihre Weiblichkeit (Emotionalität und Spiritualität) zu entwickeln und die Liebe zu leben, wird sie stark und steigt auf an die Spitze der neuen Pyramide. Ihre Verletzungen heilen, indem sie sich für die Männlichkeit öffnet, sie annimmt wie sie ist. Von dort kann sie Führung übernehmen und alle anderen Mitglieder der Familie unterstützen, ebenfalls die Liebe zu leben. Sie entwickelt Geduld, Mitgefühl, Hingabe, Vertrauen, die Liebe wird bedingungslos und sie hört auf zu fordern und beginnt zu geben. 

 

Wo das Kind in dieser Weise genährt wird, lässt es auf der physischen Ebene die Führung los und erblüht in all seiner Kindlichkeit und wird sich seiner geistigen Kraft bewusst, die jetzt auch von der Mutter gesehen und gefördert wird. Der Vater hingegen kommt immer mehr im Leben an, wird greifbar, übernimmt Verantwortung, öffnet sich für die Liebe. Je mehr er sich für die Weiblichkeit öffnet, desto stabiler und belastbarer wird das Beziehungsgeflecht in der Familie. Er wird schließlich zum Stabilisator der Liebe und die Frau ist frei von dieser sie erdrückenden Last und kann in die Welt gehen und dort endlich das in Veränderung bringen, was auf ihre Kräfte wartet. 

 

Damit die Frau die Welt verändern kann, braucht sie einen Mann der ihr in Liebe dient, sie stabilisiert und ausrichtet. und die Basis der Familie wird. Wie sie der Welt dient, so dient der erwachte Mann der Frau und dem Kind. Das Kind dient beiden geistig, indem es sie in die Erneuerung führt. Indem alle ihre Aufgaben erfüllen, gedeihen sie miteinander. So schafft sich die Familie gemeinsam eine Welt, in der alle gerne leben. 

Wir sehen an diesem Beispiel, wie wichtig es ist, dass alles auf dem richtigen Platz steht und dass alles einen Ausgleich findet. Was physisch stark ist, ist geistig schwach, was emotional schwach ist, ist rational stark. Wo sich beide Pyramiden vollständig ausgeglichen haben, lösen sie sich gegenseitig auf und wahre Ebenbürtigkeit entsteht. Jeder steht auf dem Platz, wo er seine größte Kraft entfaltet, das ist nicht immer dem körperlichen Geschlecht entsprechend. Die Mutter hat die größten geistigen Fähigkeiten, das Kind die größten seelischen und der Vater die größten physischen Fähigkeiten. Diese Position einzunehmen, bringt Wachstumsprozesse in Gang, die in die Ebenbürtigkeit führen. 

 

Was in den Familien äußerlich sichtbar und erlebbar ist, läuft verborgen derzeit auf der kleinsten Ebene - in jedem Menschen ab und auf der größten Ebene - als Weltenfamilie. Nur indem jeder seinen Platz anerkennt und ihn auch voll einnimmt, kann die Weltenfamilie erblühen. Nur wenn die Weltenfamilie erblüht, erblüht auch das Kleinste in ihr - der einzelne Mensch. 

 

Wo alles in eine neue Ordnung findet, 

kann alles in seine Kraft gehen und seiner Aufgabe gerecht werden. 

 

Der dritte Schritt besteht darin, sich gemeinsam konsequent für die Liebe zu entscheiden. Denn genau die Liebe ist es, die derzeit am meisten in den Familien fehlt. Die Liebe kann erst gelebt werden, wenn zugleich die alten Illusionen aufgelöst werden und die Wahrheit Raum bekommt. 

  • Wahrheit: Wir sehen das was ist und nicht das, was wir gerne hätten. Wir erlauben auch das, was uns nicht gefällt, in dem Wissen, dass es sich genau so auflöst. 
  • Freiheit: Wir sind nicht dafür da, die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Jeder ist nur für sich selbst verantwortlich. Wir sind bereit einander loszulassen und frei zu geben. 
  • Loslassen: Wir sind  bereit die alten Strukturen vollständig los zu lassen, die alten Rollenmuster und Programme
  • Annahme: Wir nehmen uns selbst und den anderen an wie er ist. Jedes ändern wollen lassen wir los. 
  • Bewusstsein: Jeder sieht im anderen den Spiegel und entwickelt die Kraft hineinzusehen: Das was ich in dir sehe, bin ich auch!
  • Reflexion: Mit steigender Liebe können wir uns gegenseitig reflektieren, um uns aktiv in unserem Wachstum zu unterstützen. Wir  weisen uns gegenseitig darauf hin, wo wir gerade nicht in der Liebe sind, damit der andere neu entscheiden kann. Im anderen sehen wir immer alles leichter, als bei uns selbst. 
  • Wahrhaftigkeit: Wir legen die Familienwerte gemeinsam fest und setzen sie in unserem Reden und Handeln um. Wir leben das, was wir als unseren Wert definiert haben. 
  • Einigkeit: Mit steigender Liebe wächst die Harmonie und das Gefühl der Zusammengehörigkeit: Ein geeintes Wollen und synchronisiertes Streben entsteht. 
  • Toleranz: Wir tolerieren uns in unserer Andersartigkeit und geben uns den Raum einzigartig zu sein

Wo Familien diese herausfordernden Schritte gemeinsam gehen,

verschmelzen sie auf eine sehr erfüllende Weise miteinander. 

Die Heil(i)gung der Familie wird erfahrbar. 

Sie wird unzerstörbar und echt. 

 

Jedes Heilsein beginnt in der Trinität von Vater / Mutter / Kind oder auch Körper / Seele / Geist. Wo sich drei gleich große und gleich starke Wesen als Eins erleben mit je einer spezifischen Aufgabe. Die Trinität löst die Dualität auf und damit jede Form von Getrenntheit. Sie erschafft eine neue Ebene des Seins. Des miteinander verbunden seins, der Einigkeit. 

 

Wie erlebst du derzeit die familiäre Zerreißprobe und wie gehst du damit um?

Was sind deine Erfahrungen und welche Lösungen haben du und deine Familie gefunden? 

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