Willkommenskultur der Größe

Bedingt durch die politischen Ereignisse und die so entstandenen Flüchtlingsströme, können wir in Europa eine uns zuvor nicht bewusste Willkommenskultur erleben. Das was wir hier Willkommen heißen, ist offensichtlich bedürftig, traumatisiert, schwach und kleiner als wir selbst es sind. Somit hinterlässt jede Hilfeleistung bei dem Geber ein Gefühl innerer Größe, er fühlt sich wichtig und gebraucht. Bei den Empfängern hingegen hinterlässt die Hilfeleistung eine abgrundtiefe Leere im Inneren und das Gefühl zu Dank verpflichtet zu sein. Wo keine entsprechende Gegenleistung erbracht werden kann, entstehen Schuldgefühle und ein unterbewusster Minderwert breitet sich aus. Die Kleinheit und Hilflosigkeit bei den Empfängern vergrößert sich. 


Und bei den Gebern? Wo wir die Kleinheit anderer brauchen, um uns selbst groß und wichtig zu erleben, erzeugen wir eine sich massiv fortsetzende soziale Armut. Denn was wir äußerlich begrüßen, stärken wir auch in uns selbst: Kleinheit. Das ist die unbewusste Folge einer Willkommenskultur der Kleinheit.

 

Es ist an der Zeit, hier eine gesellschaftliche Wende zu schaffen. Daher ist es wichtig, sich mit den Mechanismen der Kleinheit zu befassen und sie sich bewusst zu machen. Wo wir eine Willkommenskultur der Größe schaffen, öffnen wir die Tore dafür, dass sich gesamtgesellschaftlich unsere Genialität entfalten kann und wir in unsere wahre Größe wachsen können. In den jetzt noch unbewussten Potenzialen liegen die Antworten zu den Herausforderungen unserer Zeit. 

 

Die Mechanismen der Kleinheit und ihre Auflösung

  • Bisher orientierten wir uns am Kleinsten und Schwächsten, hatten einen Wettbewerb im "Untertreiben" und im Herunterspielen unserer Fähigkeiten, um nur nicht unangenehm aufzufallen.  / Wir orientieren uns am größten Wert, den wir in unserem Herzen spüren - wir stehen zu unseren Stärken, ohne sie über zu bewerten und nehmen die Schwächen an - wir erlauben es uns in einem erbauenden Sinne aus der Reihe zu tanzen. 
  • Genialität muss versteckt werden, ist verpönt. Genialität ist immer einzigartig und hat nichts mit der normierten Intelligenz zu tun, die wir in unserem einseitig rational orientiertem "Bildungswesen" (was bilden wir denn da...?) schaffen. Wo sich Genialität öffnet, wird sie gnadenlos bekämpft. / Wir erlauben es uns unsere Genialität zu entfalten und damit einzigartig zu sein und gegen den Strom zu schwimmen. Genialität kann auch praxisorientiert, emotional, spirituell oder geistig sein - nimmt die unterschiedlichsten Formen an.  Jeder Mensch hat eine spezifische Form der Genialität. 
  • Wir Deutschen sind  Weltmeister darin, uns gegenseitig unsere Nöte und Ängste vorzujammern, uns gegenseitig zu beschweren (schwer zu machen) und kultivieren damit ein Problemdenken. Auch das ist ein Mechanismus, um sich gegenseitig klein zu halten. / Wir kultivieren ein Lösungsdenken und erinnern auch alle anderen Menschen um uns herum an die Schönheit des Seins, die überall ist und die wir uns entscheiden können zu sehen. Wir nehmen die Schwere an (wo wir sie nicht haben wollen, verstärken wir sie) und entlassen sie immer wieder aus unserem Alltag. So laden wir die Leichtigkeit ein. 
  • in allen gesellschaftlichen Gruppen orientieren wir uns unbewusst am Kleinsten - überall führt derjenige mit dem größten Ego und damit diejenigen, die am tiefsten verletzt sind, diejenigen die am weitesten von sich selbst und damit auch von allen anderen entfernt sind. / Wir beginnen mit uns selbst, unser Egoverhalten zu erkennen und aufzulösen, damit das Selbst einen immer größeren Stellenwert bekommt und schließlich Führung übernehmen kann. Wo das Selbst IN uns Führung übernommen hat, kann es auch im Außen Führung übernehmen. 
  • Kleinheit wächst, wo wir abhängig, fremdbestimmt und bedürftig sind. Wo wir unsere Macht und Verantwortung abgeben und glauben, andere würden es in unserem Sinne machen - was niemals der Fall ist! Unsere gesamte Gesellschaft ist in dieser Weise konzipiert, Politik und Wirtschaft können nur so funktionieren. / Beginnen wir also damit, die Verantwortung wieder zu uns selbst zurück zu nehmen, indem wir den Konsum auf ein Minimum reduzieren, ebenso alle Versicherungen und nehmen unsere politische Verantwortung zu uns zurück. Wir nähern uns der Wahrheit, je bedürfnisloser wir sind. So gewinnen wir Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit zurück.
  • Größe versteckt sich, wo sie neidisch, missgünstig oder eifersüchtig beäugt wird. Wo wir dem anderen seine Erfolge nicht gönnen. Wo Größe nur genutzt wird, um sich über andere zu erheben, sie zu dominieren und kontrollieren, ist sie nicht echt. / Wahre Größe hat die Demut, sich unter andere zu stellen, um ihnen zu dienen. Wo wir unsere eigene Größe entwickeln und leben, können wir auch jedem anderen den Raum dazu geben. Wir können uns an seinen Erfolgen freuen und ihn in seiner Einzigartigkeit stehen lassen. So entwickeln wir allmählich eine Willkommenskultur der Größe. 
  • Bisher waren wir alle darauf konditioniert den Schatten der anderen wahrzunehmen. Wo wir unsere Energie auf ihn richten, wird er größer. Die Zerstörungskraft, das Retardierte wird so beständig stärker. / Wenn wir unseren Fokus auf unser inneres Licht richten, machen wir das auch bei anderen. Wir stärken unsere lichtvollen Eigenschaften, indem wir das Licht in anderen erkennen und stärken und gleichzeitig seinen Schatten annehmen, wie er ist.  

Kleinheit, Schwäche und Abhängigkeit sind immer Illusion!

Wo immer wir uns als Opfer fühlen, belügen wir uns selbst. 

 

Manchmal braucht es Kreativität, immer aber eine Intelligenz, die die Kraft hat über das Vorhandene hinaus zu denken, um zu erkennen, wie wir die vermeintliche Abhängigkeit auflösen können. Es gibt IMMER zwei Ebenen: Eine auf der wir uns klein und bedürftig fühlen und eine andere, in der unser Reichtum wohnt. Nur selten ist uns der Reichtum bewusst. Somit ist immer alles ausgeglichen. So stark der Mangel auf der einen Seite, so stark die Fülle auf der anderen Seite. Die hohe Kunst des Lebens beginnt, wo beide Seiten im Gleichgewicht sind und wir das eine ebenso annehmen können, wie das andere. 

 

Im Falle der Flüchtlinge wäre es wichtig, den Energieaustausch zu erkennen und zu würdigen, den sie leisten. Denn wo sie physisch bedürftig sind, sind sie in einem geistigen Reichtum. Damit bringen sie uns das, was uns hier am meisten fehlt. Vielleicht kommen sie auch nur deswegen hier her? Damit wir endlich einen Weg finden, von dem einseitigen Materialismus abzukehren und in eine innere Einkehr zu kommen.  Sind wir in Wahrheit die Bedürftigen? Eine interessante Perspektive...

 

Je mehr wir eine Willkommenskultur der Größe praktizieren, desto mehr verbessern sich unsere Lebensumstände im Allgemeinen. Denn wo jeder sein Bestes gibt, erblüht unsere Welt. Wo ein geistiger Austausch erkannt und gewürdigt wird, wird die Fülle physisch. Wir erzeugen allmählich, aber beständig einen neuen Energiefluss. Einen Fluss der Fülle, des Lichts und der unendlichen Weite.  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0