Selbstliebe fängt mit dem Körper an

Gerade für uns Frauen ist es eine Herausforderung unseren Körper so zu lieben, wie er ist. Es gibt kaum eine Frau, die zu ihrem Körper steht, selbst dann nicht, wenn er offensichtlich attraktiv ist. Ohne dass wir uns das bewusst machen liegt das vor allem daran, dass der Körper männlich ist. Er fühlt sich für eine Frau wie ein Fremdkörper an, wie nicht zu uns gehörig. Als wäre alles an ihm falsch. Ist er auch, weil er bisher rein männlicher Schöpfung unterlag. Erst wenn wir Frauen unseren Körper lieben, wird er weiblich. 

 

Bisher haben wir unseren Körper nur mit den äußeren Augen betrachtet, uns vor allem danach ausgerichtet, wie wir auf andere wirken, wie vor allem Männer uns als attraktiv empfinden. Ihre rein visuelle Wahrnehmung, die Reaktion ihres Eros, hat darüber bestimmt, ob wir uns annehmen können oder nicht. Das hat nichts mit Liebe zu tun. Liebe nimmt an, unabhängig davon, ob wir es als gut bemustern oder nicht. Zu sich selbst stehen können, fängt immer genau da an, wo wir von der deklarierten Norm abweichen. Selbstliebe entwickelt sich, wo wir uns frei fühlen so zu sein, wie wir sind, wo wir unsere innere Schönheit sehen, selbst wenn sie noch nicht nach außen kommt. 

 

Innerlich sind wir alle voller Kritik unserem Körper gegenüber, verlangen seine beständige Leistung und wenn er durch Symptome zu uns spricht und zeigt dass es ihm nicht gut geht, kämpfen wir mit Medikamenten gegen seine Sprache an. Wir machen ihn mundtot. Genau genommen haben die wenigsten Menschen überhaupt ein Verhältnis zu ihrem Körper. Er muss funktionieren. Mehr nicht. 

 

 Wenn du die Liebe leben willst, beginne mit deinem Körper,

denn der braucht deine Liebe am meisten. 

 

Wie aber lernst du deinen Körper zu lieben?

Du kannst damit beginnen einen gesunden Lebenswandel zu führen, zu rauchen oder trinken aufhören, dich bewusst zu ernähren. Du kannst auch mit Sport beginnen, deine Körperpflege intensivieren - aber mal ehrlich hilft dir das, deinen Körper zu lieben? Und fragen wir wirklich den Körper selbst, was er will, oder entscheidet das eher der Kopf, was dem Körper gut tun sollte?

 

Die Selbstliebe beginnt mit einem Verhältnis zum eigenen Körper. Damit, seine Befindlichkeit wahrzunehmen - auch ohne dass er uns Schmerzsignale schickt. Damit, zu spüren, was er will, ihn um seine Meinung zu fragen. Ihn anzusprechen und ihm ausdrücklich die Erlaubnis zu geben, seine Stimme zu erheben. Das durfte er nämlich bis jetzt nicht. Lass dich bei allen körperlichen Belangen von ihm führen und erlaube es ihm, ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln - was auch bedeuten kann, dass er anfangs völlig daneben haut und dich Dinge essen oder tun lässt, die dir nicht bekommen. Aber dann wollte er genau das erfahren. Wie soll er lernen, was ihm gut tut, wenn er nicht auch Fehlentscheidungen treffen darf?

 

Beginne das Wunderwerk deines Körpers mit den inneren Augen zu sehen, zu erleben wie einmalig alle Funktionen aufeinander abgestimmt sind, wie alles miteinander harmoniert und in einander arbeitet. Wo können wir besser als im menschlichen Körper selbst das Wunder der Schöpfung erleben? Bis heute ist es der Wissenschaft nicht gelungen, die Funktionen des Körpers voll zu verstehen, geschweige denn ihn nachbauen zu können. 

 

Wo du ein Bewusstsein entwickelst für deinen Körper, gehst du in eine beständige innere Kommunikation mit ihm und das macht ihn zutiefst glücklich und gesund. Wo wir ihm immer wieder Raum geben für seine Arbeit, wo wir ihn bewusst Entscheidungen selbst treffen lassen, wo wir auf seine Selbstheilungskraft vertrauen und sie aktivieren, belohnt er uns mit höchster Sensitivität und Sinnlichkeit, er überrascht uns mit seiner Weisheit und Tiefe, er berauscht uns mit der Gefühlsintensität mit der er dich das Leben wahrnehmen lässt. Er lässt uns das Leben genießen: Körperlich zu sein, zu essen und zu trinken, zu berühren und berührt zu werden, die Kraft deines Körpers in Arbeit zu spüren, die Ekstase des Seins zu erleben - ohne sichtbaren Anlass. 

 

Wo du ihm voller Liebe, Respekt und Achtung begegnest, antwortet er dir sofort - mit einer Liebe, die du anders nie so sättigend und erfüllend erleben wirst. Wo du deinen Körper liebst, wohnt dein Liebhaber in dir. Das ist eines der erhabendsten Gefühle schlechthin.  

 

Liebe deinen Körper und dein Leben beginnt mit ihm zu gesunden. Du wirst nicht nur die Welt mit anderen Augen sehen, sondern auch in der Lage sein, dir die Welt so, zu gestalten wie sie zu dir passt. Im Körper wohnt der physische Schöpfer  - der die Kraft der Manifestation beherrscht. Wo du als Frau deinen Körper liebst (die meisten Männer können das leicht), beginnt er auch innerlich weiblich zu werden und fühlst dich endlich zuhause in ihm. 

 

Lerne es die Sprache des Körpers zu verstehen. Er kommuniziert anfangs rein nonverbal, wenn du ihm aber Gehör schenkst und ihn eine Stimme entwickeln lässt, wird er sich auch verbal mit dir unterhalten. Das ist das, was vor allem Männern schwer fällt. Männliche Strukturen neigen dazu zu dominieren, mit dem Kopf zu denken, was dem Körper gut tun sollte. Sie bügeln über die Signale des Körpers drüber, ignorieren oder missachten sie, wollen einfach nur, dass er funktioniert. Auf diese Weise leben sie ständig gegen ihre essentiellen Bedürfnisse. So entsteht Burnout, der heute nahezu zur Krankheit Nr. 1 geworden ist und uns dazu bringen will, dass wir unser Leben und unser Verhalten reflektieren. 

 

Du spürst Schmerzen? Wie gehst du damit um? Du kämpfst dagegen. Du fährst massive Geschütze dagegen auf (Medikamente). Du willst den Schmerz weghaben und weitermachen, wo du aufgehört hast. Schmerz ist der Schrei des Körpers nach fließender Liebe. Wo es schmerzt, hat er zuvor schon lange auf sich aufmerksam gemacht mit Verspannung, Unbehagen etc.. Schmerz ist immer das äußerste Mittel, wo jeder andere Kontaktversuch im Sande verlief. Wie in jeder anderen Kommunikation gilt es hier die Aussage (mir geht es nicht gut) als solches in den Mittelpunkt zu stellen und anzunehmen. Mehr nicht. Schmerz will angenommen werden als äußerstes Mittel der Kommunikation. Eine Frage wäre dann: "Warum geht es dir nicht gut? Was fehlt dir?". Vielleicht antwortet dir der Körper mit Schwere oder mit Verkrampfung. Dann braucht er Leichtigkeit und Entspannung. Und auf diese Weise kommt allmählich die Kommunikation in Gang. Du beginnst deinen Körper als eigenes Wesen zu begreifen, mit eigenen Bedürfnissen und Anliegen. Er will verstanden werden und gefühlt werden als solches, er will respektiert werden mit all seinen Eigenheiten. 

 

Vor allem aber will er geliebt werden, so wie er ist. Das ist es, was ihn erhebt über alle Grenzen hinweg. Das ist es, was ihn in seiner Kraft erblühen lässt. Das ist es, was ihn befreit aus allen Abhängigkeiten.  

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Julia (Freitag, 11 August 2017 04:31)

    ... ein toller Wachrüttler! Ich bin dankbar, dass es so leicht geworden ist, diese und ähnliche Dinge mal eben per Knopfdruck recherchieren zu können! :) Auf dass mehr Menschen in Zukunft "Aufwachen"!

    Julia